
"ICH KENNE NICHTS, ICH KENNE NICHTS...
...was so schön singt wie Naidoo", bekennen die Fans in Verehrung für Xavier Naidoo textlich leicht abgewandelt im Begleitchor zu dem - natürlich - allen bekannten Liebeslied.
So geschehen schon fast am Ende eines erstklassigen Konzertes im Rahmen des Seebühnenzaubers in der - natürlich - voll besetzten Festhalle Baumhain im Luisenpark, wohin die Veranstaltung wetterbedingt glücklicherweise verlegt werden konnte.
Davor und danach fahren Naidoo und seine 2 Mann, die herausragenden Musiker Neil Palmer an den Tasten und Ralf Gustke am Schlagwerk, in der gut zweistündigen Performance einen Hit nach dem anderen auf. Was auch sonst? Alles, was Mannheims Sohn auf den Musikmarkt geworfen hat, hat hierzulande die Charts ganz oben angeführt: "Mut zur Veränderung", "Zeilen aus Gold", "Und wenn ein Lied...", "Alles kann besser werden", "Meine Muse", "Was wir alleine nícht schaffen" und, und, und... Locker wären nochmal zwei Stunden drin gewesen mit Songs, die jeder Einzelne der rund 1.000 Zuschauer garantiert textsicher hätte mitsingen können.
Mit einem unglaublichen Charisma packt Xavier Naidoo die Menschen und eint die unterschiedlichsten Typen hingebungsvoll focussiert auf seine Person. Wenn er sagt "Tanzen! Jetzt!" steht die Gemeinde auf und folgt der Aufforderung.
Und über allem liegt diese Stimme, diese Tiefe, diese Farbe, diese Kraft einer Stimme, die ihn zu dem Ausnahmekünstler macht, der er ist. Das offenbart sich auch, vielleicht sogar besonders, in bemerkenswerten Interpretationen von Songklassikern: Sein Konzert eröffnet er nicht mit einem eigenen Lied, sondern mit Simon & Garfunkels "Scarborough Fair", füllt mit dem ersten Ton sofort den Raum und trifft das Publikum gleichzeitig und unmittelbar in Herz und Bauch - in ein Herz und einen Bauch! Kollektiv!
Auch im zweiten Teil des Abends "wird´s englisch", sehr zur Freude seiner Mutter, die ebenfalls im Publikum sitzt und das besser verstehe, scherzt der an diesem Abend sowieso bestens aufgelegte Sohn. Beeindruckend, wie groß eine Stimme und zwei Instrumentalisten den Titel "To love somebody" der ganz jungen Bee Gees in monumentale Dimensionen wachsen lassen. Nicht weniger beeindruckend: "Papa was a Rolling Stone", Soul-Number-One-Hit der Temptations aus der Motown-Schmiede, den Xavier Naidoo noch mit einem respektablen Rap aufpeppt.
Vier Titel hält er für die Zugabe bereit, bevor er sich endgültig für diesen Abend verabschiedet. "Die Mama hat jetzt genug." Den Respekt, den seine Fans ihm entgegenbringen, zollen sie auch seiner Mutter Eugene. Aber genug, genug haben sie noch lange nicht.
MARSHALL & ALEXANDER
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